Napster

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Über 7 Millionen Songs verspricht Napster in der Musik-Flatrate, schon ab 9,95 Euro, doch lohnt sich dieses Angebot auch?

Musik im Internet ist seit dem Start von Napster zu einem heiklen Thema geworden. Bot Napster damals noch alle Songs kostenlos im mp3 Format an, sind sie heute kostenpflichtige und verpacken jeden Musikdownload vorsorglich in einer DRM geschützten WMA Datei. Die Technik mit der Musikdateien ausgetauscht werden hat sich ebenfalls geändert. Zu Anfang bestimmte das Angebot ein P2P Clients und eine relativ große Community, jetzt findet der Download ausschließlich über einen zentralen Musikkatalog statt auf dessen Angebot nur Napster selbst Einfluss nehmen kann.

Überhaupt hat sich mit den Jahren viel geändert, kostenlose Musikdienste die eine lange Liste von bekannten Künstlern führten sind heute illegal oder aus dem Internet verschwunden. Stattdessen gibt es heute Musikportale wie den iTunes-Store, Musicload, Nowdio oder Napster als kostenpflichtige Alternative. Musik gilt heute mit etwa einen Euro pro Song zum Download. Wer 10 bis 12 Euro mehr übrig hat, kann sich auch gleich ein Album kaufen.

Ich hatte mich schon seit dem Start von Napsters Musik-Flatrate mit dem Angebot auseinandergesetzt und gleich ein Abo abgeschlossen. Meine Meinung zum Service war zu Anfang durchweg positiv, verschlechterte sich durch die fehlerhafte Software, dem immer kleiner werdenden Angebot und schlechten Supportleistungen. Das Ende fand einige Monate später mit einer Kündigung statt, als man mir versehentlich zu viel Geld vom Konto abbuchte, ich damit kurzzeitig ins Minus rutschte und man sich nicht einmal in der Lage sah mir den überzogenen Restbetrag zurückzuerstatten.

Dank eines 7 Tage kostenlosen Angebots versuche ich mich ein weiteres mal an der Musik-Flatrate von Napster. Entsprechend skeptisch installierte ich die Napster-Client Software ein weiteres mal auf meinen Computer. Erstaunlich finde ich, dass meine Login-Daten nach etwa 3 Jahren Abstinenz immer noch funktionieren, da ich mit der Kündigung auch gleich um meine Löschung gebeten habe. Meine Kontonummer von damals wird inzwischen nicht mehr akzeptiert. Da ist es gut dass neben Lastschrift noch Paypal und Click&Buy als Zahlungsmethode akzeptiert wird. Jeder Napster-User braucht zwangsweise eine gültige Zahlungsmethode in den Einstellungen. Das gilt auch wenn man die Flatrate nur 7 Tage testen möchte oder sich über einen Promo-Code/Prepaid-Karte registriert.

Glücklicherweise hat sich mit den Jahren der Napster-Client deutlich verbessert. Die neue Softwareversion lief auf meiner Windows Testumgebung ohne Probleme, wenn man von gelegentlich hoher Prozessorauslastung mal absieht. Der Napster-Client eignet sich damit gut für den Musikdownload, möchte man mit einer Abspielsoftware aber auch unentwegt Musik hören um sie beispielsweise für Last.fm zu scrobbeln, sollte man auf den Windows Media Player ausweichen der deutlich weniger Ressourcen frisst. Wenn es nur um den Musikgenuss geht dann ist kein Software Client nötig, mit der neuen Napster Version wurde in Deutschland nun auch endlich die Browservariante gestartet.

Der Napster Webclient bietet fast alle Funktionen der Software Variante und sieht zudem noch genauso wie der Software Client aus. Musikdownloads sind über den Browser leider nicht möglich, außerdem wird noch nicht jeder Browser unterstützt. Während Internet Explorer 7 und Mozilla Firefox 3 keine Probleme machten, kam es im Opera Browser zu Darstellungsproblemen, beim Safari verweigert Napster den Dienst. Trotz der Einschränkungen ist der Webclient eine logische und sinnvolle Ergänzung, im Gegensatz zum iTunes Store, bei dem die iTunes Software inklusive Quicktime Player zwingend vorausgesetzt sind, kann die Napster Flatrate auf jedem Rechner verwendet werden der Firefox und Adobe Flash unterstützt. Somit sind Linux Benutzer endlich nicht mehr ausgesperrt und können ebenfalls über ein Abo nachdenken. Es ist allerdings fraglich ob ein Abo für den Napster Webclient allein, zu Zeiten von Last.fm und Simfy, noch sinnvoll ist.

Während meiner 7 Tage Flatrate habe ich das Musikangebot genau untersucht. Die Menge von über 7 Millionen Songs ließ sich bei der Menge nicht überprüfen, daher suchte ich nach - von der Masse eher - unbekannten Künstlern. Tatsächlich kann sich das Angebot sehen lassen, von E.S. Posthumus war neben dem ersten Album Unearthed auch die Signle Posthumus Zone abrufbar. Auf das neue Album von E.S. Posthumus “Cartographer” wurde leider verzichtet. Dafür findet man von Immediate und Globus jeweils ein Album. Selbst bekannte Künstler wie Metallica oder Iron Maiden die vor einigen Jahren noch nicht im Angebot aufgeführt war, findet sich nun fast vollständig bei Napster wieder. Das Angebot ist überwältigend und wird einer großen Musikauswahl gerecht.

Bei der Einsortierung der Künstler hat man sich leider keine Mühe gegeben. Ähnliche Künstler wie “Immediate” und “The Immediate” werden auf einer Seite aufgeführt. Neben der modernen Klassik-Musik von dem Frauen-Qaurtett von Bond findet man auch die Titel eines gleichnamigen Rappers. Dieses Durcheinander zieht sich bei genauerer Betrachtung durch das ganze Angebot. Wer sich halbwegs mit den Künstlern auskennt nach denen man sucht, wird nicht enttäuscht, andernfalls kommt es vielleicht zu bösen Überraschungen. Damit komme ich zu einem Knackpunkt der Musik-Flatrate: Wer sich durch die große Auswahl neue Eindrücke von bisher unbekannten Künstlern erhofft, wird mit Napster auf Dauer nicht glücklich. Die Alternativvorschläge sind bestenfalls ausreichend. Die neue Automix Funktion, welche ähnliche Künstler zu einem vorgeschlagenen Song auswählt mangelhaft. Wenn mir bei E.S. Posthumus (Elektronisch, Orchestral, Sontiges) Westlife und Madonna vorgeschlagen wird dann läuft definitiv etwas schief. Das gleiche Bild bei Metallica und anderen Metal-Künstlern, man könnte meinen Automix kennt nur Popsongs oder lässt alles Andere nicht zu.

Die Napster Musik-Flatrate gibt es in zwei Varianten. Für 9,95 Euro/Monat hat man vollen Zugriff auf die komplette Musiksammlung, wer 5 Euro im Monat mehr ausgibt, darf sich die runtergeladene Musik auch auf seinem mobilen Musikplayer anhören. Vorausgesetzt für den mobilen Genuss wird ein WMA DRM fähiges Abspielgerät, Napster bietet hierfür einen extra Onlineshop mit ein paar Angeboten. Damit man den neuen Musikplayer auch bespielen kann, wird der Napster Software Client wiederum benötigt der wegen des WMA DRM nach wie vor ausschließlich für Windows Betriebssysteme ausgelegt ist. OSX und Linux Benutzer bleiben demnach außen vor.

Flatrate-Kunden können sich bei Napster außerdem über ein exklusives Forum freuen. Die alte unsichere Forensoftware die ich noch von meinem Abo kannte ist Geschichte, stattdessen hat man keine Kosten gescheut und ist gleich auf ein vBulletin umgestiegen. Anscheinend haben die Betreiber des Forum aber nicht viel Ahnung davon was eine Community ausmacht. Der Funktionsumfang wurde auf ein Minimum eingeschränkt, alle vBB typischen Funktionen sowie zur heutigen Zeit zum Standard gehörenden Funktionen wie Avatare, Signaturen oder Profile sind deaktiviert. Moderatoren gibt es ebenfalls keine, es spielt keine Rolle wie viel Rechtschreibfehler oder Beleidigungen in einem Forenbeitrag stehen solange keine Kraftausdrücke verwendet werden. Anscheinend schaut man bei Napster lieber auf das Geld der Kunden als auf deren Verhalten im Forum. Entsprechend wird dies mit einem leeren Forum bei Napster quittiert. Wie schon bei meinem Abo damals hat sich bei der praktisch ausgestorbenen Community nichts getan.

Doch während man über das Forum hinwegsehen kann und es eigentlich nicht benötigt, ist der Support bei Problemen mit der Abspielsoftware, Fragen zu Napster oder Kündigungen der Abo-Flatrate eine Pflicht. Zu meinem Erstaunen hat sich hier wenig getan, die Support-Formulare sind noch genauso wie vor Jahren aufgebaut. Die umfangreichen Formulare bei denen die Versionsnummer von dem genutzten Browser und der Client-Software abgefragt werden bieten einerseits ideale Voraussetzungen für professionelle Hilfe bei technischen Problemen, können bei allgemeinen Fragen zu Napster aber auch ganz schön auf die Nerven gehen. Auf den Support würde ich nicht zurückgreifen bräuchte nicht die allgemeine Hilfe auf der Internetseite und in dem Software Client eine Überarbeitung.

Der eMail-Support soll angeblich in zwei Tagen auf Fragen reagieren, bei mir haben sie sich mit etwas unter einer Woche aber etwas länger Zeit gelassen. Dabei empfand ich meine Frage mit dem Wechsel des Benutzernamens als keine große Herausforderung. Dafür wurde die Antwort erwartungsgemäß mit Standard-Floskeln abgefertigt. Änderungen bei den einen Kundendaten sind ausschließlich über die dafür vorgesehen Formulare möglich. Wenn kein Formular zu einer Information zur Verfügung steht, lässt sich diese auch dauerhaft nicht ändern. Glücklich kann sich jemand schätzen der sein Abo nicht automatisch verlängern lässt, dieser muss sich bei einer Kündigung zwangsweise mit dem Support auseinandersetzen. das Prepaid-Modell ist hier die sichere Alternative und bietet zudem eine gute Kostenkontrolle, sollte mal versehentlich zu viel vom Konto abgebucht werden.

Fazit
Das Angebot der Napster Musik-Flatrate ist mit über 7 Millionen Songs in Deutschland unschlagbar. Wenn man sich unbedingt eine Flatrate anschaffen möchte, der kann unter Berücksichtigung meiner Kritikpunkte zugreifen. Allen Anderen empfehle ich den kostenlosen 7 Tage Test für Neukunden, nur Kündigen sollte man seinen Test rechtzeitig, andernfalls wandelt sich das Angebot nach Ablauf der Testphase in ein reguläres Abo für 9,95 Euro im Monat. Wer auch ohne Napster schon glücklich ist, der wird bei der Musik-Flatrate nicht viel verpassen.

Verfasst am 28.02.09, um 16:44 Uhr, von rotfuchs
Kategorie(n): Medien, Musik, Netzkultur, Web 2.0
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Meinungen

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SAM(MY)

HI !!

Bin über die Testphase durch nen Zufall zu einem echten Napster-Fan geworden.
Kann mir einen täglichen Zugriff kaum unterbinden und mit der Flat ist da auch nicht mehr so das Problem .. Kann ich also eigentlich nur empfehlen ..

Gruss SAM

Am 14.06.10 um 21:13 Uhr #59

Anonym

Hallo,
bei mir wird trotz 9.95 € Flat und 7-tägiger Testphase GELD vom KONTO ABGEBUCHT!
Das ist nicht der Sinn der Sache, für jedes Album zusätzlich zur Musikflat zu bezahlen!!!!

Am 25.08.10 um 17:35 Uhr #60

Markus

Ich habe eine Rücklastschrift und brauche die bakverbimnndung von napster um das held zu Überwiessen hat die jemand

Am 26.08.10 um 11:01 Uhr #61

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