Was wurde eigentlich aus…? (Teil 1)

Mein Rückblick zu einigen Xbox Exklusivtiteln der Microsoft Game Studios und ihren Schöpfern
Es ist das Jahr 2003, die Führung der Playstation2 zu den beiden Kontrahenten Xbox und Gamecube kristallisiert sich langsam heraus. Trotzdem liefert sich jeder der drei großen Konsolenhersteller einen erbitterten Kampf, die Waffen sind Exklusivtitel namenhafter Entwicklerstudios. Doch einer ist neu im Geschäft, die Xbox ist Microsofts erste Spielekonsole, für die hauseigenen Game Studios ist ein stationäres Spielesystem daher eine völlig neue Erfahrung. In diesem Rückblick widme ich mich daher einigen Xbox Exklusivtiteln der Microsoft Game Studios.
Midtown Madness 3
Midtown Madness hat seinen Ursprung auf dem PC und sollte als Fun-Racer in den Köpfen vieler PC Spieler noch heute hängen geblieben sein. Ähnlich wie Driver, welches kurze Zeit nach Midtown Madness das Licht der Händlerregale erblickt, durfte man Aufträge in einer frei befahrbaren Stadt erledigen und dabei ein detailgetreues Chicago genießen.
Teil 3 der Fun-Racer Serie hatte zwei Besonderheiten, zum einen wurde das Spiel ausschließlich für die Xbox entwickelt, mit dessen Entscheidung man nicht nur auf Gegenliebe gestoßen ist. Zum anderen wechselte Microsoft den Entwickler und ließ anstatt der Angel Studios (heute Rockstar San Diego) diesmal die Jungs von DICE (u.a. Battlefield, Mirror’s Edge) Hand anlegen.
Die Fahrzeugauswahl in Midtown Madness 3 wurde verdreifacht, mit Washington D.C. und Paris wurden zwei neue Metropolen eingeführt und das Schadensmodell sowie die Fahrphysik war auf das jeweilige Fahrzeug abgestimmt. Des weiteren bot das Spiel noch einen Online-Modus mit dem Spieler auf der ganzen Welt mittels Xbox-Live gegeneinander antreten konnten.
Trotzdem hat es beim dritten Teil der Serie nur für eine durchschnittliche Metacritic Wertung von 76 Punkten gereicht. Positiv wurde allgemein die riesigen Stadte aufgefasst, ebenso konnte die Grafik mit vielen kleinen Details überzeugen. Dementsprechend gab es in den Städten viel zu entdecken, was wiederum zu einer hohen Langzeitmotivation führte. Auf Dauer ist der Einzelspielermodus aufgrund immer gleicher Aufgabenabläufe aber ermüdend und abwechslungsarm. Sieht man mal von der Masse an neuen Fahrzeugen und den zwei neuen Metropolen ab, bot das Spiel im Vergleich zu den Vorgängern nicht viel Neues. Der Multiplayer muss ohne Straßenverkehr auskommen, was auf Dauer sehr demotivierend ist.
MechAssault
Entwickelt wurde MechAssault von den Day 1 Studios die zuletzt für F.E.A.R. und Fracture auf der Konsole verantwortlich waren. Im Spiel steuert man einen Kampfroboter in der Third-Person Ansicht und kämpfte sich durch mehrere Level einer fiktiven Welt. Pikanterweise bot die erste Auflage von MechAssault einen Bug mit dem es Hackern gelang, fremden Programmcode von einer Memory Card auszuführen und somit das System zu umgehen.
MechAssault war besonders für die unterhaltsamen Multiplayer Duelle in Xbox Live bekannt. Dank FASA-Lizenz konnte man sich inhaltlich beim BattleTech Universum bedienen. Eine Interaktion mit der Umgebung brachten zudem mehr Würze ins Gefecht. Kritisiert wurde das zu sehr nach Arcade getrimmte Gameplay, ein viel zu kurzer Singlplayer, stellenweise miserable Sprachausgabe und ein praktisch nicht vorhandene Balance der Mechs. Ein paar Verbindungsprobleme mit Xbox Live trübten ebenfalls den Spielspaß. Unterm Strich bot MechAssault immer noch genug Action für eine leicht gehobene Metacritic Wertung von 87 Punkten.
Kakuto Chojin
Selbst so mancher Xbox Spieler und Beat’em’Up Fan wird sich bei diesem Titel den Kopf kratzen. Microsoft hat Kakuto Chojin, kurz nach dem Release in den USA, wegen anstößig religiöser Anspielungen vom Markt genommen. In Europa ist das Spiel nie erschienen und dementsprechend weitestgehend unbekannt. Konzipiert wurde Kakuto Chojin vom japanischen Studio Dream Publishing die zuletzt für Appleseed EX auf der PS2 verantwortlich waren.
Neben der bereits erwähnten religiösen Anspielungen wurde die mittelmäßige Grafik und unglücklich gewählte Soundtrack kritisiert. Positiv war das solide Kampfsystem und eine hohe Motivationskurve. Eine gute Wertung gab es im Durchschnitt aber nicht dafür, Metacritic führt den Titel nur mit 46 Punkten in der Datenbank.
Fortsetzung folgt
Im zweiten Teil meines Rückblicks beschäftige ich mich neben Kung Fu Chaos, Tork und Crimson Skies auch noch mit dem in der Presse hochgelobten Psychonauts.
Kategorie(n): Special, Telespiele
Unter den Tags: Action, Arcade, Exklusiv, Microsoft, Rennspiele, Xbox
