Watchmen

Watchmen

Ein Comic von Alan Moore und Dave Gibbons, ausgezeichnet als eines der 100 besten Romane vom Time Magazine.

Anlässlich der baldigen Veröffentlichung der Comic-Verfilmung Watchmen habe ich mir das Comicbuch im englischen Originaltext von DC Comics zukommen lassen. Bis auf einen gelben Umschlag und einem großen Schriftzug ein äußerlich unscheinbares Buch, dessen Inhalt dem Leser eine völlig neue Geschichte offenbart, fernab von alten Superhelden-Klischees.

Die Welt in Watchmen ist trotz Superhelden kein schöner Ort. Es zeigt eine fiktive Version der USA aus den 80er Jahren, es herrscht der Kalte Krieg mit Russland und Superhelden sind seit dem Anti-Superheldengesetz aus den 70er Jahren, dem Keene-Act, offiziell verboten.

In dieser Zeit gab es zwei Superhelden-Generationen, die Erste trat um 1930 auf und formierte sich als die “Minutemen”, sie hatten keine besonderen Fähigkeiten. Die zweite Generation konnte dagegen schon mit technischen Spielereien glänzen und hatte zum Teil auch richtige Superkräfte. Aufgrund der Selbstjustiz welche die Superhelden mit ihrer Tätigkeit verübten, kamen sie allerdings immer häufiger in die Kritik bis sie schließlich durch den Keene-Act verboten wurden.

Einige Helden arbeiten seither für den Staat an der Forschung (Dr. Manhattan) oder dem Geheimdienst (Comedian), einer ließ seine Maske fallen und verdiente sich dadurch ein Vermögen (Ozymandias). Manche hingen ihre Superhelden-Tätigkeit an den Nagel (Nite Owl II, Silk Spectre II), einer ging allerdings in den Untergrund - von der Polizei gesucht - und blieb weiter als Superheld aktiv.

In Alan Moores Meisterwerk geht es um die Ermordung des ehemaligen Superhelden “The Comedian” den es aufzuklären gilt. Sein Kollege Rorschach ist dem Täter auf der Spur und wittert schon bald eine Verschwörung hinter dem Mord.

Zwischen den Kapiteln im Buch findet man teils Zitate, Randnotizen und Auszüge einer fiktiven Biografie. Alles mit viel Liebe zum Detail gestaltet und ist für interessierte Leser die gerne mehr über die Hintergründe der Superhelden erfahren möchten eine Pflicht. Watchmen ist in 12 Kapitel unterteilt und zeigt die Geschichte der verschiedenen Heldencharaktere. Da wäre zum Beispiel Note Owl II der sein Kostüm an den Nagel gehängt hat und in alten Erinnerungen schwelgt oder sein Kollege Rorschach der sich dem Keene-Act nicht beugen will und auf eigene Faust weiter macht.

Jeder Charakter im Comic hat seine eigene ganz spezielle Persönlichkeit die weit entfernt von dem glänzenden Image eines Standard-Superhelden entfernt ist. Da werden vergangenen Tagen nachgetrauert, nicht ganz nach den Regeln gespielt - was zum Tod von Unschuldigen führt - und die Midlife Crisis voll ausgelebt. Viele mal mehr mal weniger versteckte Andeutungen bilden in Watchmen eine schöne Parallele zur realen Welt.

Über Watchmen selbst könnte man problemlos ein nochmal so dickes Buch füllen. Da ich aber weder die Zeit noch den Platz habe, belasse ich es hier bei einer Empfehlung und verweise auf das Buch “Watching the Watchmen: The Definitive Companion to the Ultimate Graphic Novel” als analytische Hilfe.

Verfasst am 07.01.09, um 19:08 Uhr, von rotfuchs
Kategorie(n): In eigener Sache, Medien
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