Gears of War

Gears of War

Die Locust greifen, niemand ist vor ihnen sicher. Werden Marcus Fenix und sein Team die Bedrohung aufhalten können?

Eine Invasion steht bevor, der Planet wimmelt nur so von blutrünstigen Aliens die aus dem Boden gekrochen kommen. Da hilft nur Kettensäge bereit halten und auf in die Schlacht! Das waren zumindest meine ersten Gedanken als voller Vorfreude die DVD-Verpackung zu Gears of War aufriss.

Dabei hätte ich mit der Verpackung etwas vorsichtiger umgehen sollen, denn der Spieleshop bei dem ich GoW ergattern konnte, wollte gleich den vollen Verkaufspreis von mir haben. Wenn ein Spiel indiziert wird kann man es ja mit der Kundschaft machen.

Wenigstens klingt die Geschichte zu Gears of War vielversprechend: Irgendein Planet wird von einer unbekannten Rasse angegriffen, diese sind nicht nur wegen ihre blutrünstigen Attacken überlegen, sondern auch gefürchtet da sie an jedem Ort plötzlich auftauchen können, in Erdlöchern aus dem inneren des Planeten. Ihr spielt Markus Fenix, ein knallharter Mann der aufgrund Befehlsverweigerung ins Gefängnis wanderte. Die ständigen Angriffe der Locust zwangen jedoch die Menschen schließlich, jeden verfügbaren Mann einzuziehen und genau hier schlüpft ihr in die Rolle von Markus Fenix.

Was Epic Games bei diesem Spiel auf den Bildschirm zaubert ist Grafik in bester Qualität. Jedes kleinste Detail wurde modelliert oder mit hochauflösenden Texturen versehen, zum Beispiel die Gesichter der Locust die bei genauer Betrachtung einer verschrumpelten Pflaume oder der Mondoberfläche ähneln. Andererseits sehen die Menschen auch nicht viel besser aus, ein paar Narben im Gesicht und ein Körper wie das Michelin Maskottchen auf Doping sind nicht die besten Voraussetzungen um einen Schönheitswettbewerb zu gewinnen.

Unter der Haube von Gears of War steckt die Unreal Engine 3, eine Eigenentwicklung von Epic Games, die auch in vielen anderen Spielen zum Einsatz kommt. Trotz der fantastischen Grafik sind im Spiel nur sehr wenig Ladepausen enthalten die zudem noch relativ kurz ausfallen. Dafür sind die Leven sehr geradlinig ausgefallen, von der vorgeschriebenen Strecke abweichen und seinen eigenen Weg suchen ist nicht möglich.

Den Entwicklern merkt man bei GoW an, dass ihre Wurzeln bei der Unreal Tournament Serie liegen. Das Level- und Charackterdesign weckt bei so manchen UT-Spieler angenehme Erinnerungen. Leider lässt sich das auch vom Story Modus behaupten, der noch nie eine Stärke von Epic Games war und dementsprechend zu knapp geraten ist.

Für einen Third-Person-Shooter hat Gears of War eine gelungene Steuerung. Der linke Analogstick bewegt den Spielcharackter in die gewünschte Richtung während man sich mit dem Rechten umschaut. Das Digitalkreuz ermöglicht den schnellen Waffenwechsel, da man maximal nur 3 Waffen gleichzeitig tragen kann (1x Handgranaten, 2x Gewehre) sollte die Wahl der Waffe sorgfältig getroffen werden.

Die unteren Schultertaste (links und rechts) dienen zum zielen und schießen während die oberen für Nachladen und Truppenstatus reserviert sind. Als besonders praktisch erweist sich der Truppen-Status mit dem man nicht nur die Gesundheit der Kameraden bzw. deren momentaner Aufenthalt im Blick behalten kann, sondern auch gleich das nächste Missonsziel betrachten kann.

Metzger Freunde oder Spatter Fans sollten schon mal die B-Taste im Hinterkopf behalten, mit dieser kann man, sofern die richtige Waffe gewählt, die eingebaute Kettensäge aktivieren und sein Gegner zur Gehacktes verarbeiten. Das Blut spritzt dann in alle Richtungen, wenn man Glück hat auch gegen den Bildschirm.

Im Gegensatz zu den meisten Shootern ist in Deckung gehen bei Gears of War Pflicht, extra dafür gibt es die A-Taste mit der man unter anderen von Deckung zu Deckung huschen kann oder sich über kleinere Objekte rollt.

Der Sound in GoW ist gut gelungen, ob Explosionen, die Teamkameraden oder das Grunzen der Locust, alles hört sich dank Dolby Digital authentisch an. Es kommt das Gefühl auf, als wäre man in einer echten Schlacht, sofern ich als Kriegsdienstverweigerer das überhaupt einschätzen kann.

Die deutsche Synchronisation ist ebenfalls gelungen, die Übersetzer sind gänzlich ohne holländische oder französische Akzente. Obwohl an der einen oder anderen Stelle die Übersetzer etwas lustlos ihre Sätze sprechen verliert das Spiel nicht an Atmosphäre. Wer lieber die originale Sprachausgabe hören will, stellt die Systemsprache der Konsole einfach auf Englisch – auf der GoW-DVD sind mehrere Sprachen enthalten.

Während des ganzen Spiels steuert man Markus Fenix und darf vorwiegend eine Gruppe aus 3 bis maximal 4 Männern befehligen. Die Bots kommen aber auch ohne Befehle aus, was die Arbeit für Action-Fans deutlich erleichtert.

Wie erwähnt ist der Story Modus in Gears of War etwas zu knapp ausgefallen, weder inhaltlich noch von der Länge kann die Geschichte überzeugen. Schon nach dem 5. Akt ist Schluss, danach kann man sich höchstens noch mit dem Multiplayer begnügen.

Aber trotz der kurzen Spieldauer von nur 16 Stunden macht Gears of War spaß. Die einzelnen Levels sind sehr unterschiedlich gestaltet worden sodass für jeden etwas dabei ist. In wenigen Levels steht man sogar vor der Wahl zwischen zwei Wegen, die Abzweigung führt allerdings schnell wieder zusammen sodass es keinen Wiederspielwert bringt. Selbst eine Fahrmission wurde eingebaut in der man mit Panzer vor den Cryll (blutrünstige Fledermäuse) abhauen muss.

Die Steuerung ist für Konsoleros schnell erlernt, PC-Spieler die Maus und Tastatur gewöhnt sind, werden sich hingegen erst einmal daran gewöhnen müssen. Ein Tutorial ist für alle Fälle im Spiel enthalten, das sollten Neulinge unbedingt ausnutzen.

Eine Energieanzeige für Gesundheit und Rüstung gibt es in Gears of War nicht. Stattdessen wird ein roter Ring in der Mitte des Bildschirmes eingeblendet sollte man zu hart getroffen sein, geht man nicht in Deckung färbt sich der Bildschirm später komplett rot und das Spiel ist zu Ende, ansonsten regeneriert sich die Lebensenergie automatisch.

Da Epic Games schon mit Unreal Tournament einen hohen Qualitätsstandard gesetzt hat, waren die Erwartungen gegenüber Gears of War entsprechend groß. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: In einer Hand voll Maps die sich über Xbox-Live jederzeit erweitern lassen, gibt man sich in 3 Spielmodie die Kante. Hinzu kommt noch ein Coop-Modus mit dem man den kompletten Storymodus, entweder über Splitscreen oder Xbox-Live, nochmals durchspielen kann.

Der Spielmodus Kriegsgebiet bildet die einfachste Variante in der zwei Teams, Locust gegen Menschen, gegeneinander antreten. Bei Hinrichtung spielen wieder zwei Teams gegeneinander, diesmal muss man jedoch den Gegner einen Todesstoß verpassen da sie sich sonst automatisch wieder regenerieren können. In dem Modus Tötung bekommt jedes Team einen Anführer den es gilt zu töten, erst wenn dieser erledigt ist wird die Runde beendet.

Fazit
Gears of War ist nicht zu unrecht in den Verkaufscharts und Xbox360 Toplisten mehrere Wochen auf Nummer 1 gewesen. Um es auf den Punkt zu bringen: Dieses Spiel rockt! Schon allein grafisch gibt es kein vergleichbares Spiel das besser oder zumindest genauso gut auf der 360 aussieht.

Der Story Modus hat mich hingegen etwas enttäuscht, das Spiel ist schnell durchgespielt und bietet anschließend nur noch im Multiplayer zusätzliche Unterhaltungsmöglichkeiten. Bonusmaterial wie zusätzliche Level oder ein alternatives Ende ist leider nicht enthalten.

Wer ein Xbox-Live Gold Abo hat, kann sich glücklich schätzen, der Multiplayer von Gears of War kann noch Wochen später unterhalten. Alle Anderen sollten GoW unbedingt bei einem Freund oder über einen 48 Stunden XBL-Freischaltcode online testen, es lohnt sich.

9 von 10 Locust

Verfasst am 06.01.09, um 15:00 Uhr, von rotfuchs
Kategorie(n): Review, Telespiele
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