Dead or Alive Xtreme

Sommer, Sonne, Strandschönheiten! In Dead or Alive Xtreme lasse ich diesmal so richtig die Bälle hüpfen.
Passend zum sommerlichen Wetter der kommenden Tage habe ich seit langer Zeit wieder ein Volleyball-Spiel aus meiner Sammlung gekramt. Es geht doch nichts über eine Runde Ball-über-das-Netz-hüpfen, im Gegensatz zum realen Vorbild ein garantiert unfall- und ertüchtigungsfreier Sport. Als Fuchs von Welt begnüge ich mich natürlich nicht mit trockenen Volleyball-Simulationen. Es muss schon außergewöhnliches Spiel sein, schön zum ansehen, keine männlichen Spieler auf dem Feld und verschiedene Bikinis will ich auch haben!
Glücklicherweise denkt man bei Tecmo ähnlich und beschenkte die damals noch relativ kleine Xbox-Gemeinde mit einer funkelnden Perle am Strand des Einheitsbreis. Dead or Alive Xtreme Beachvolleyball sollte dem Spieler in erster Linie unterhalten, anstatt auf ein großes Repertoire aus Spielecharakteren wurde ausschließlich der weibliche Teil von dem üblichen Dead or Alive Kader übernommen. Das ist auch besser so denn jemanden wie Zack, mit seinem glänzenden Ganzkörperkondom, möchte ich keinesfalls leicht bekleidet in Aktion sehen. Somit dürfte auch klar sein dass Dead or Alive Xtreme primär ein Spiel für die männliche Zielgruppe ist.
Das Spiel beginnt mit einer schönen Rendersequenz zu den sanften Rhythmen eines Popsongs, man sieht die Strandschönheiten im Wasser planschen, am Pool relaxen, beim Eis essen, am Strand um die Wette kullern, bei Hüpfspielen am Pool, beim Schaukeln und auch ein ganz klein wenig Volleyball spielen. Damit die Mädels nicht in Schwitzen kommen tragen sie in der Rendersequenz natürlich die ganze Zeit über Bikinis, wäre schließlich ganz schön fies die tolle Bademode im Vorspann zu verstecken. So allerdings fühle ich mich perfekt über dieses Spiel informiert, und freue mich auch schon die ersten Bälle im richtigen Licht hüpfen zu lassen.
Das Auswahlmenü bietet ganze zwei Spielmodi an, Singleplayer und Multiplayer, da ich für meine alte Xbox, auch liebevoll “schwarzer Brocken” genannt, nur einen Controller zur Hand habe, stand meine Entscheidung natürlich schon fest.
Der Multiplayer besteht nur aus einem Spielmodi indem sich maximal 4 Spieler einen Charakter auswählen und dann jeweils zu zweit im Team gegeneinander spielen. Bei 3 oder weniger Spielern kommt eine KI zum Einsatz. Sofern auf der Xbox schon einige Bikinis im Singleplayer freigeschaltet wurden, können diese auch im Multiplayer neben den Standard-Versionen ausgewählt werden. Insgesamt bietet der Multiplayer aber nicht den Wert an Unterhaltung welchen ihn auf langer Sicht interessant macht. Gerade wenn man einen Mitspieler gefunden hat welcher noch nie ein Spiel in Dead or Alive Xtreme bestritten hat, wird das Spiel wegen der gewöhnungsbedürftigen Steuerung schnell langweilig.
Ich wählte natürlich den Singleplayer und umklammerte dabei fest meinen Joystick, wieder wurde eine Rendersequenz eingeblendet. Doch anstatt halbnackter Mädels begann eine Storysequenz, dessen Geschichte von einer Kornflakes Packung hätte stammen können. Zack hat im Glücksspiel gewonnen, kauft sich Insel mit Yacht und veranstaltet als falschen Vorwand eine Kampfmeisterschaft, nur um die Mädels zu anzulocken. Als diese schließlich auf der Insel eintreffen, kommt die Wahrheit ans Licht, und sie machen alle zusammen eine schöne Strandparty. Warum zwei verfeindete Kontrahentinnen und eine Profikillerin zusammen im Team, in aller Seelenruhe, ein Volleyball Match bestreiten können, bleibt wohl ein Geheimnis von Tecmo.
Kaum war die blöde Rendersequenz mit Zack verschwunden, ging es auch schon zum Auswahlbildschirm. Meine erste Wahl fiel auf Hitomi, welche für eine Deutsche einen ziemlich japanischen Namen trägt. Hitomi ist 18 Jahre alt, 1.60m groß, hat die Maße 90-58-85 und ihr Hobby ist kochen, am liebsten isst sie Sachertorte - das erfahre ich zumindest bei der Charakterwahl. Doch dann geht es endlich los, eine weitere Zwischensequenz wird eingeleitet, diesmal in Spielgrafik. Lisa begrüßt mich am Pool und klärt mich über Zacks falsches Spiel auf, danach will sie mir die Insel zeigen und unbedingt meine Freundin werden. Erstaunlich dabei finde ich, wie sich Lisa während des ganzen Gesprächs vor meinen Augen auf einer Liege räkelt. Ob sie vom anderen Ufer ist? Oder macht sie das mit allen Besuchern auf der Insel? Verdammt, ich will auch auf diese Insel!
Die Freundschaft habe ich natürlich angenommen und prompt eine Erklärung aller wichtigen Orte im Spiel erhalten. Demnach gibt es tagsüber drei große Beschäftigungsfelder:
1. Hüpfspiel am Pool
2. faulenzen bzw. sich bräunen lassen und…
3. Volleyball spielen
Nebenbei kann ich noch eine Shoppingtour unternehmen und zum Beispiel neue Bikinis kaufen, auf der Insel eigenen Radiostation die Bob Marlay Hintergrundmusik wechseln, Geschenke für meine Mitspielerinnen besorgen, nettes Zubehör wie Volleybälle und Sonnenbrillen kaufen, und mich Abends beim Glücksspiel (Blackjack, Roulett, Spielautomat) versuchen. Wenn man sein ganzes Geld nicht gerade auf dem Spieltisch verzockt hat, ist das Sammeln der teuren Designerbikinis wohl die teuerste Beschäftigung im ganzen Spiel.
Die Grafik von DoA Xtreme bewegt sich auf einem hohen Niveau, hier werden die Stärken der alten Xbox gegenüber der PS2 deutlich. Ein sattes Meer aus Farben, viele kleine Details an den Bikinis und ein bewegendes Haarkleid machen das Bild um die Strandschönheiten perfekt. Eine durchschnittliche bis schlechte Grafik würde dieses Spiel auch den Zauber berauben.
Kaum hat mich die süße Lisa mit der Insel und ihren vielseitigen Möglichkeiten bekannt gemacht, werde ich auch schon in das erste Volleyball Match gedrängt. Es spielen immer 2 gegen 2, es gibt keine Spielfeldberenzungen und gewonnen hat das Team welches zuerst 8 Punkte geholt hat. Die Kamera ist seitlich neben dem Netz montiert, sodass man sein eigenes aber auch das gegnerische Team gut sehen kann. Die Kamera schwenkt immer ein bisschen in Richtung des Balls, allerdings fällt dies kaum auf, die Blicke bewegen sich sowieso in Richtung der hervorragend animierten Bälle.
Die ganze Wahrheit über Dead or Alive Xtreme
Während des Volleyballspiels kann man die Position seiner Mitstreiterin selbst festlegen. In der Regel stehen die Spielerinnen aber schon in einer guten Startaufstellung, nachjustieren ist nicht zwingend erforderlich. Ein Angriff wird mit der B-Taste geblockt, angegriffen wird mit A, mehr gibt es nicht zu beachten. Je nachdem wie fest man einer diese beiden Tasten drückt, umso stärker fällt auch die Reaktion aus. So führt ein beherzter Druck auf die A-Taste zu einem Schmetterball. Als ein gutes Training bietet sich hier das Hüpfspiel an, bei dem man in einem Swimmingpool von Schaumstoff-Insel zur nächsten hüpfen muss, je nachdem wie fest man zudrückt fällt der Sprung entsprechend lang oder kurz aus.
Einige Tage auf Zacks Insel später hat mich Lisa schließlich sitzen lassen, ich war ihr beim Volleyball anscheinend nicht gut genug, sie hat sich eine andere Partnerin gesucht - blöde Kuh. Auf mich allein gestellt ist kein Volleyballspiel möglich und das Hüpfspiel wird auf Dauer langweilig, abgesehen davon dass man sich mit letzteres nicht gerade eine goldene Nase verdienen kann. Eine neue Freundin muss her, hier erweisen sich die Informationen aus dem Bildschirm für die Charakterwahl als sehr hilfreich. Lei Fangs Lieblingsfarbe ist gelb und ihr Hobby ist Aromatherapie, also schnell was gelbes gekauft und ihr als Geschenk überreicht.
Der Plan geht tatsächlich auf und Lei Fang spielt mit mir im Team, leider nicht allzu lange, es ist inzwischen der 14. Tag auf der Insel und ich muss abreisen. Eine kurze Rendersequenz beendet die Geschichte um Zacks Insel und führt mich wieder in den Auswahlbildschirm, natürlich bleiben alle erspielten Bikinis und Gegenstände dem jeweiligen Charaker erhalten. Für das nächste mal schnappe ich mir Ayane und zeige es dieser Lisa.
Fazit:
Dead or Alive Xtreme Beachvolleyball verzaubert dem Spieler vor allem durch seine phantastische Ballphysik, sozusagen das Pro Evolution Soccer des weiblichen Vorbaus. Das Spiel kann aufgrund seiner optischen Reize durchaus sehr unterhaltend sein, leider war es das dann auch schon, kaum hat man die 14 Tage auf Zacks Insel hinter sich gebracht, bringt der Spielspaß ein und alles wiederholt sich nur noch nach dem gleichen Muster. Wenn man nicht gerade leidenschaftlich Bikinis sammelt, ist Dead or Alive Xtreme nur für die kurzweilige Unterhaltung zu gebrauchen. Für 5-10 Minuten am Tag ist ein Vollpreistitel allerdings deutlich zu teuer. Wer die Strandschönheiten trotzdem gerne sehen möchte, und mit Volleyball einigermaßen etwas anfangen kann, der ist mit dem Kauf dieses Spiels für unter 15 Euro durchaus gut beraten.
6 von 10 Designerbikinis
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Kategorie(n): Review, Sonstiger Spielspaß, Technik, Telespiele
Unter den Tags: Dead or Alive, Volleyball, Xbox, Xtreme

Fisher
Ich hätte beim Amazon-Angebot zuschlagen müssen, verdammt.
Wie auch immer, gutes Review, Fuchs.