E. S. Posthumus - Unearthed

E. S. Posthumus - Unearthed

Dada, dada, dadidadada… ein Soundtrack der in Wirklichkeit keiner ist und warum ich E.S. Posthumus seit 5 Jahren nicht mehr aus dem Kopf bekomme.

Es gibt nicht viele Alben die es geschafft haben auch nach Jahren noch regelmäßig von mir fast täglich gehört zu werden. Eines dieser Alben ist sicherlich S&M von Metallica und Michael Kamen, dessen Mischung aus orchestraler Musik und Metal mir bis heute eine Gänsehaut verpasst. Es war das Album an dem ich meine Liebe zur Filmmusik entdeckte. S&M sollte nicht das einzige Album bleiben, schnell häufte sich bei mir eine gewaltige Musiksammlung bestehend aus Hans Zimmer (Gladiator), John Williams (Star Wars) und Yoko Kanno (Cowboy Bebop) an.

Mein erster Kontakt zu E.S. Posthumus war im Filmtrailer von Spider-Man, seitdem ging mir die Musik nicht mehr aus dem Kopf. Mir war der Name der Band noch unbekannt, ich wollte wissen wer diesen Mix aus Orchestra, Schlagzeug, elektronischen Klängen und Chor Gesang komponiert hatte. Nach mehrstündiger erfolgloser Google-Suche gab ich schließlich auf, geknickt von dem Misserfolg wollte ich die Musik nur noch aus dem Kopf bekommen.

Bloß weg mit dem Gedudel! Doch noch Monate später summte ich die Rhythmen heimlich nach. Das letzte mal passierte mir dies bei Schlagermusik, die psychische Schäden welche ich dadurch davongetragen habe wirken sich noch heute negativ auf meinen Verstand aus. Es ist ratsam immer vorher in die Fernsehzeitung zu schauen bevor man plötzlich mit Karl Moik oder Florian Silbereisen konfrontiert wird.

Glücklicherweise erlöste mich Prosieben schließlich von meinem Leid mit dem Lied, und sendete die für mich völlig uninteressante Serie Cold Case. Interessant war nur der Prosieben Werbespot mit Intromusik, da war sie wieder, so eine Melodie welche mir nicht aus dem Kopf gehen wollte, und diesmal stand sogar der Interpret darunter - es war E.S. Posthumus. Womöglich nicht die gleiche Musik wie im Spider-Man Trailer, sie klang aber verdammt ähnlich.

Danach ging alles ganz schnell, ich tippte den E.S. Posthumus bei Google ein, landete auf der Website und blieb dort erstmal für einige Stunden drauf. Die Hintergrundmusik auf esposthumus.com bestand aus allen Stücken des ersten Albums Unearthed. Was natürlich sofort gekauft wurde, ganze 25 Euro ohne Versand kostete mich der Spaß mit gerade mal 13 Tracks und knapp einer Stunde Spielzeit. Normalerweise schiebe ich nicht dermaßen unbedacht meine Euros in den Allerwertesten der Musikindustrie, diesmal sollte es eine Ausnahme sein.

Heute gehört Unearthed zu meiner täglichen Portion “Hallo Wach!”, nach dem Frühstück noch schnell den iPod eingeschaltet und unter voller Lautstärke die Songs Menouthis und Ebla angehört. Beides sehr stimmgewaltige Tracks in denen Gesang und Orchestra harmonisch abgestimmt sind. Die schnellen Rhythmen kombiniert mit elektronischen Klängen, welche ebenso gut von Jean Michael Jarre hätte stammen können, ergeben einen einzigartigen Hörgenuss dessen Wiedererkennungswert durch berühmte Streifen wie Matrix, Tim Burtons Planet der Affen oder eben Cold Case sicherlich gegeben ist.

Die Tracks von Unearthed finden sich in unzähligen Filmen als Hintergrundmusik oder in deren Trailern. Darunter befinden sich Kassenschlager wie Piraten der Karibik, Herr der Ringe oder Minority Report, aber auch Gurken wie Catwoman. Eine Liste alle Titel in denen es die Musik von E.S. Posthumus geschafft hat, ist auf der englischen Wikipedia zu finden.

In ein Genre lässt sich Unearthed sicher nicht stecken, höchstens mit biegen und gebrechen in “Moderne Klassik”, wobei selbst dieser Punkt stark umstritten ist. Nicht umsonst steht das E.S. im Namen von E.S.Posthumus für “Experimental Sounds”, was grob übersetzt für “Experimentelle Musik” steht. Unearthed ist oberflächlich vergleichbar mit Musik von Adiemus, Enigma und Vangelis, besitzt aber einen ganz eigenen Charm. Was beschäftige ich mich allerdings mit Musikrichtungen, das Album rockt! Punkt und aus.

Wer sich für Filmmusik ebenso begeistern kann wie ich, der sollte unbedingt die Internetseite von E.S. Posthumus aufsuchen und das Album probehören. Jeder Track ist in super Qualität und in voller länge abspielbar, was mir Website und Interpreten sympathisch macht. Neben Tracks bestehend aus schnellen Rhythmen und Gesang bietet Unearthed auch ruhige Titel wie Ulaid, Nara oder Antissa zum entspannen - ideal nach einem langen Arbeitstag. Wer dagegen Actionfilme bevorzugt und auf eine Gänsehaut beim hören steht, wird mit Ebla, Menouthis, Pompeii oder Tikal seine helle Freude haben.

Ganze 7 Jahre hat es übrigens gedauert bis E.S. Posthumus Anfang 2008 ein neues Album auf die Beine gestellt haben. Cartographer ist der Titel und soll an den Erfolg des Erstlingswerks Unearthed anknüpfen. Ob das gelingen wird muss sich erst noch beweisen, ich wünsche allerdings schon einmal viel Glück dabei.

Verfasst am 18.04.08, um 12:00 Uhr, von rotfuchs
Kategorie(n): Medien, Musik, Soundtrack
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