simfy - discover.share.enjoy

Unter Freunden im Internet legal Musik tauschen, Simfy macht es möglich. Ich habe die Community einige Wochen getestet, mit überraschenden Ergebnissen.
Wie eigentlich fast jedes Wochenende, nehme ich mir eine ruhige Minute, an denen ich die Nachrichten der vergangenen Tage durchstöbere. An einem Samstag hat es mich auf Winfuture verschlagen. In der Nachricht ging es um ein neues Feature auf Last.fm mit der man beliebige Songs in voller Länge hören konnte. Interessant waren jedoch erst die Kommentare zu dieser Meldung, in dieser prahlte ein User, simfy wäre doch viel besser und würde dieses Feature schon länger bieten.
Das war eine ideale Gelegenheit für einen Test. Ich bin zwar mit Last.fm vollkommen zufrieden, bin aber immer offen für neues, besonders wenn es um kostenlose Internetdienste geht.
Die Funktion von Simfy lässt sich in drei Worte beschreiben, discover, share und enjoy. In der Praxis bedeutet dies, man durchsucht die Datenbank nach Musiktiteln oder Interpreten die einem gefallen. Danach sucht sich User welche diese Musiktitel in ihrer Liste haben. Zum Schluß fügt man die gefundenen User in die Freundesliste, um die gewünschte Musik in voller Länge hören zu können.
Jedes Simfy Mitglied kann so viel Musik in seine Liste hochladen, wie ihm lustig ist, es gibt keine Begrenzung oder lahmen Server. Sobald die neuen Tracks auf der Liste stehen, kann jeder Freund und natürlich die eigene Persönlichkeit darauf zugreifen.
Die Registrierung auf Simfy geht schnell und einfach. Es werden keine ellenlangen Fragebögen durchgegangen, bei der man schon nach 15Minuten und 100 Seiten weiß, dass die Bezeichnung “kurz” in Verbindung mit dem Fragebogen ironisch gemeint sein muss - Apple-Umfragen sind für mich gestorben.
Kaum war ich auf Simfy unter meinem Benutzernamen eingeloggt, kam die erste Ernüchterung, die ganze Oberfläche ist in Ajax. Wer jetzt an Waschmittel denkt liegt falsch, Ajax ist eine moderne Art der Programmierung in der JavaScript-Elemente mit einer anderen Sprache wie PHP kombiniert werden. Zusammen mit einer Ausgabe in HTML ergibt dies kleine Internet-Anwendungen welche sich im Browser ähnlich die Desktop-Tools verhalten - ein Neuladen der Seite ist nicht mehr notwendig.
Leider ist die Ajax-Programmierung in manchen Teilen des WWW noch nicht ausgereift. Verschiedene JavaScript Funktionen kommen sich manchmal in die Quere sodass einige unschöne Effekte auftreten - Seite und Browser reagieren nicht mehr. Genau mit solchen Dingen hatte ich auch auf Simfy mit zu kämpfen, Musik hören und gleichzeitig neue hochladen führte nach einer Zeit automatisch zu einem Fehler.
Die Musikdatenbank von Simfy ist beachtlich, viele unbekannte Interpreten sind gelistet. Da es keine Kategorien gibt, in denen man nach neuen Interpreten stöbern kann, wird alles zentral über die Suche aufgerufen. Das wäre alles kein Problem, wenn nicht auch die Suche in Ajax gehalten wäre. So hat die Suchfunktion manchmal Aussetzer und sucht man nach Bands mit Allerweltsnamen, werden in einem Untermenü unzählige Seiten mit Namen aufgelistet - dessen durchblättern kann schonmal 5Minuten beanspruchen.
Der Simfy Musik-Player ist in Flash und passt ideal zum modernen Layout von Simfy. Er bietet alle Funktionen welche für den Musikgenuss wichtig sind, selbst wenn der Lautstärkeregeler viel zu hoch eingestellt ist. Dank Flash kann Simfy mit den großen Drei (Windows, Linux, OSX) genutzt werden. Wünschenswert wäre trotzdem eine externe Playervariante, von mir aus als Popup, denn wer hat schon Lust die Browserseite ständig offen zu halten?
Da Simfy unendlich Speicher für die eigene Musikliste hat, ist es problemlos Möglich die komplette Musiksammlung hochzuladen. Beim upload der Musik gab es keine Einbuße bei einer DSL6000 Verbindung. Ich empfehle den Upload über das Browsermenü, das Uploadtool hat noch einige Macken bei der Usability.
Neben der Möglichkeit, User in seine Freundesliste einzuladen, gibt es noch eine Toplist der aktivsten Simfy-User. Praktisch ist auch das Simfy Dashboard, mit dem man seine letzten Profilbesucher sehen kann bzw. was die Freunde für neue Musiktitel hochgeladen haben. Ansonsten gibt es noch diverse Charts für Künstler oder Musiktitel.
Auch ohne Freunde wird die private Musikliste größer, hierfür sorgt ein Bot der die Blogs nach neuen Musikstücken durchstöbert und automatisch auf Simfy verfügbar macht. Eine sehr praktische Funktion, leider sind einige Künstler mit falschen Tags versehen, sodass die Musikliste zu unübersichtlich wird.
Nach einigen Wochen bin ich schließlich wieder auf Last.fm als Musikplattform umgestiegen. Simfy ist keine schlechte Seite, ich möchte aber meine gehörte Musik weiterhin Woche für Woche in einer Chartliste betrachten können. Ebenso werde ich Last.fm schneller auf mir unbekannte Künstler aufmerksam. Zu guter letzt wirkt Last.fm ausgereifter, benutzt weniger Ajax und schont die Nerven. Simfy ist allerdings noch in der Betaphase, ein externer Musikplayer sowie die Kompatibilität zum Last.fm Audioscrobbler wurden schon versprochen. Es bleibt demnach spannend.
Kategorie(n): Netzkultur, Web 2.0
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