Prosieben: Funny Movie

Prosieben: Funny Movie

Scary Movie hat es vorgemacht, wie man Filme mit viel Humor erfolgreich durch den Kakao ziehen kann, nun macht es Prosieben nach.

Alles begann an einem normalen Dienstag Abend. Ich war gerade mit meinen Arbeiten fertiggeworden und suchte in der Fernsehzeitung nach einem schönen Film zum entspannen. Die Uri-Geller-Show war vorbei, auf ein paar Lacher wollte ich aber nicht verzichten, sodass ich mich schließlich für Funny Movie entschied.

Funny Movie ist eine Prosieben-Filmreihe in der bekannte Filmklassiker wie Scream oder Dirty Dancing auf humorvolle Art nachgemacht werden, sozusagen die visuelle Form einer klassischen Parodie. An diesem Abend lief der erste Teil der Serie, Dörte’s Dancing, ganz klar eine Anspielung auf Dirty Dancing.

Die letzte Prosieben-Filmproduktion hatte ich noch negativ im Hinterkopf gespeichert, daher sah ich Dörte’s Dancing mit gemischten Gefühlen. So schlimm kann es schon werden, dachte ich mir - das war ein Fehler.

In Teil1 der Funny Movie Reihe geht es um Dörte, sie ist ein totaler Fan des Films Dirty Dancing und ist dementsprechend Tanzbegeistert. Während eines Autounfalls wird sie von ihrem Freund getrennt und findet sich plötzlich in einer 60er-Jahre anmutenden Umgebung wieder. Schnell wird deutlich, dass sich Dörte mittendrin in der Geschichte von Dirty Dancing befindet.

War das Original Dirty Dancing noch ein Tanzfilm, wird in der Parodie vorzugsweise ohne Gesang oder rhythmische Bewegungen die Handlung voran getrieben.

Schon wenige Minuten nach Dörte’s Ankunft ins 60er-Jahre Tanzgeschehen, wird klar dass die Handlung trotz altertümlicher Kleidung in der Gegenwart spielen muss. Vielleicht ist Prosieben nach der ersten Einstellung schon das Geld ausgegangen, oder man wollte einfach für ein weiteres Galileo Fresstempel-Spezial sparen. Die Kulissen im Film wirken durchgehend schlecht, die moderne Umgebung und die altmodischen Klamotten wirken auf den Zuschauer so gut wie Kurt Beck in der CSU oder George Bush in einer Anti-Kriegs-Demo.

Gegensätze sind in Komödien manchmal gar nicht so schlecht, hauptsache man hat etwas zu lachen. Funny Movie verpulvert ein ganzes Feuerwerk an schlechten Gags, einer schlimmer als der andere. Uwe Boll wäre bei dem Anblick blass vor Neid. Wenn sich die DVD-Verkaufszahlen positiv auf die schlechte Qualität eines Films auswirken, wie es bei Boll-Werken anscheinend der Fall ist, dann ist man bei Prosieben finanziell auf der sicheren Seite.

Ein Gedankenspiel, man erinnere sich an alle Scary Movie Filme, nun werden alle Teile rausgeschmissen welche nur halbwegs lustig waren, das Ergebnis ist Funny Movie. Im Gegensatz zu klassischen B-Movies wie in den Grindhouse Classics Trailern zu sehen, ist Dörte’s Dacing nicht einmal unfreiwillig komisch.

Selbst in den Prosieben-Foren, wo ich positive Kritik erwartet habe, war kein positives Wort zu lesen. Dabei war die schauspielerische Leistung der Hauptcharaktere auf einem guten Niveau, mit anderen Kulissen und einem besseren Drehbuch wäre vielleicht eine solider Film daraus geworden.

Wie dem auch sei, nach der Anspielung auf den Mel Brooks Klassiker Frühling für Hitler, ist mir der Appetit auf weitere “Funny Movie’s” vergangen. Eine Parodie auf eine Komödie ist an sich schon zweifelhaft, geht es aber in der Komödie noch um ein Bühnenstück in Naziuniformen, ist Vorsicht geboten. Während Mel Brooks bei solch einem Thema noch mit Fingerspitzengefühl hantiert, wirkt so eine Anspielung in Dörte’s Dancing nur noch widerlich.

Ohne Zweifel gehört Funny Movie für mich zwischen Filmen wie Postal oder Alone in the Dark einsortiert. Die Funny Movie-Reihe werde ich auslassen, solange bis Prosieben Dienstag-Abends wieder etwas unterhaltsames im Programm anbietet.

Verfasst am 14.03.08, um 15:14 Uhr, von rotfuchs
Kategorie(n): Fernsehen, Medien
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